Zum Nachdenken...
Liebe Gemeinde,
unsichere Zeiten sind das derzeit. In allen Medien scheint apokalyptische Endzeitstimmung zu herrschen. Was mit dem Klima geschieht und in der Weltpolitik, welche Kräfte auch bei uns erstarken und unser Miteinander bedrohen, das kann Angst machen.
Mitten hinein in diese Zeit spricht uns Gottes Wort an:
„Siehe, ich mache alles neu!„
Ein Mutmachwort – so habe ich diesen Vers aus der Offenbarung des Johannes bisher gelesen. Diese Offenbarung – auf griechisch Apokalypse – ist das letzte Buch des biblischen Kanons, verfasst auf der Insel Patmos. Dorthin ist Johannes geflohen, weil er sich zu Christus bekannt hat.
Wenn wir heute etwas als apokalyptisch bezeichnen, klingt das fast immer negativ. Da geht es um bedrohliche Schreckensszenarien, um Weltuntergangsbilder. Dem alltäglichen Sprachgebrauch fehlt die Hoffnung. Anders im Original. Zwar spricht auch die Johannesapokalypse mit starken Bildern von Schrecken und vom Ende. Doch bei dem, was Johannes in seinem Exil schaut und niederschreibt, sind die Vorzeichen umgekehrt: Es geht um das Gericht über die unheilvollen Mächte. Es geht um die Hoffnung auf Gottes Zukunft.
Eine Zukunft, in der die Herrschaft dieser Mächte beendet ist – für immer! Apokalypse ist Krisenliteratur, Seelsorge für bedrängte Menschen. Sie greift deren und unsere Not auf und stellt sie unter den Hoffnungsbogen Gottes.
Siehe! – Die Worte der Offenbarung rufen uns dazu auf, uns nicht bannen zu lassen von allem, was uns heute bedrängt, sondern unseren Blick weiten zu lassen auf Gottes Zukunft hin. So gewinnen wir eine sich weitende Perspektive auf die Gegenwart, was um uns herum so passiert, gleichsam gewinnen wir einen Blick von der Zukunft. Dieser Blick ermutigt, voranzugehen und die Welt an unserem Ort zuversichtlich zu gestalten – gerade in der Krise.
Möge das Jahr 2026 im Segen und Frieden Gottes sein!
Ihr Pfarrer
Michael Meister


