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Liebe Gemeinde,



als ich noch regelmäßig joggen ging, fragte ein Freund mich, ob wir nicht mal zusammen laufen wollten. Er trainierte zwar hart Triathlon, während ich nur zum Spaß lief; aber warum nicht?

Also starteten wir auf seiner Trainingsstrecke, einem Rundweg durch einen Wald. Manchmal musste er zwar etwas langsamer tun, aber ich hielt halbwegs mit – im wahrsten Sinne des Wortes: Nach etwa der Hälfte der Strecke war ich fix und fertig, hatte Durst und glaubt nicht, dass meine Beine auch nur noch einen Schritt weiterkommen würden. Ich hätte einen langen Atem gebraucht, hatte ihn aber nicht. Danach wusste ich: Laufen – gut und schön; aber irgendwann muss auch Schluss sein.

Ein wenig erinnert mich das an die besondere Zeit, die wir momentan durchleben. Mich einschränken– gut und schön; aber irgendwann muss auch Schluss sein. Aber so wie ich damals weiterlaufen musste, hilft mir das auch jetzt nicht. Ohne gewisse Einschränkungen werden die Zahlen steigen und das Leben vieler riskiert. Wir werden hier noch einen langen Atem brauchen.

Die Bibel kennt solche Erfahrungen: Nachdem Elia 400 Baalspriester umgebracht hat, schwört Königin Isebel, ihn töten zu lassen. Ängstlich flieht er in die Wüste, setzt sich unter einen Strauch und beschließt zu sterben. Zweimal aber kommt ein Engel zu ihm und bringt ihm zu essen und zu trinken. „Der Engel des Herrn rührte Elia an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.“ (Monatsspruch für Juli aus 1. Könige 197)

Eigentlich sind wir von Elias Erfahrung gar nicht weit weg. Denn auch wir haben einen weiten Weg vor uns … und Engel, die uns begleiten und in dieser schweren Zeit für alle, die es brauchen, da sind.

Ich bin überzeugt: Gott hat uns nicht das Corona-Virus geschickt; es ist einfach Teil unserer nicht perfekten Welt. Aber er lässt uns jetzt nicht alleine – trotz oder gerade wegen all der Probleme, all des Leids und all der Trauer. Er macht uns Mut, den langen Weg auf uns zu nehmen, selbst wenn wir nach der Hälfte der Strecke scheinbar nicht mehr können.

Mir machte damals mein Freund Mut, dass ich den Rest des Weges schon noch schaffe. Und natürlich kam ich irgendwann tatsächlich an. Vielleicht ist das im Leben ja ganz oft genauso.

Mögen sie es erfahren und Gott und seine Engel an Ihrer Seite wissen!
Ihr

Daniel Lischewski, Pfr.

P. S.: Weil ich mich momentan noch weniger bewege als sonst, habe ich vor kurzem wieder das Joggen angefangen. Mal sehen, wie weit meine Puste reicht…