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Zum Nachdenken...



Hebräer 13,14:
„Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.„

Liebe Gemeinde,
wie geht es Ihnen in diesen Zeiten? Noch Pfingstferien oder Pfingsturlaub? In Gedanken schon in den Sommerferien? Zeltlager für die Kinder vorbereiten – vielleicht sogar in Schornweisach, unserem dekanatseigenen Zeltplatz?

Meiner Frau und mir geht es so, dass wir in den Monaten vor unserem Urlaub (in diesem Jahr erst im September, weil ich ja erst im April in unserem Dekanat angefangen habe) alles aufsaugen, was es auf Arte, ZDF Info oder Dokumentationskanälen zu unserem Urlaubsland gibt – schon das macht uns riesigen Spaß! Reisen beginnt also lange vor dem eigentlichen Aufbruch. Wir planen, bereiten uns vor. Wir überlegen, was wir wirklich brauchen. Jede Reise stellt uns diese Frage neu: Was müssen wir wirklich mitnehmen?

Unser Leben insgesamt ähnelt einer Reise. Wir sind unterwegs, entdecken neue Horizonte, begegnen anderen Menschen und Kulturen. Gerade Fremdes weitet unseren Blick und verändert uns nachhaltig. Der Hebräerbrief erinnert uns, dass wir hier keine bleibende Stadt haben: Wir sind unterwegs, wir müssen nicht alles festhalten. Unser Leben ist dafür gedacht, offen zu bleiben für das, was kommt.

Wie bei einer Reise geht es auch im Glauben darum, gut vorbereitet zu sein. Nicht mit Koffern voller Dinge, sondern mit Vertrauen darauf, dass Gott uns begleitet – in bekannten Straßen genauso wie in unbekannten Landschaften. Er ist unser Reisebegleiter, wie so ein Reiseführer, der in der Tasche ist und uns Sicherheit gibt. Neue Orte schenken uns neue Kraft, weiten Horizont, einen Perspektivwechsel, eine Begegnung – all das erneuert uns innerlich. Kein Zufall, dass wir Gott gerade dann besonders nahe erleben, wenn wir unterwegs sind und uns auf Neues einlassen. Kirchen, alte Kultstätten, andere Religionstempel – meine Frau und ich stehen da immer andachtsvoll davor und darinnen.

So wertvoll jede Reise ist, sie ist nie das endgültige Ziel. Unsere tiefste Sehnsucht nach Heimat wird nicht vollständig gestillt. Sie weist über alles hinaus – auf eine Zukunft bei Gott. Bis dahin sind wir Reisende. Neugierig. Offen. Lernbereit. Und getragen von der Gewissheit: Unser Ziel ist gut.

Hermann Ruttmann