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Angedacht


Liebe Gemeinde,


„Verkehrsministerium beschließt Helmpflicht für Cabrio-Fahrer“ oder „Mathelehrer gibt endlich zu: ‚Es gibt nichts, wofür ihr das später braucht!‘“ Wer solche Schlagzeilen liest und ernst nimmt, weiß nicht, dass er auf der Website www.der-postillon.com gelandet ist. Mit frei erfundenen Schlagzeilen und Artikeln dazu soll hier – manchmal hart an der Grenze des guten Geschmacks – den Leserinnen und Lesern ein Lächeln ins Gesicht gezaubert werden. Bei mir gelingt das oftmals auch.

Spannend sind die Leserbriefe dazu, von denen jedes Wochenende eine Auswahl nachgelesen werden kann. Die nämlich machen deutlich, wie viele Menschen die Artikel für bare Münze nehmen. Denn normal denkenden Menschen müsste ja eigentlich sofort klar sein, dass die Inhalte frei erfunden sind.

Diese Fähigkeit allerdings scheint allgemein immer mehr verloren zu gehen: Sogenannte „Fake News“ bestimmen – vor allem im Internet – oftmals Meinungen und Sichtweisen. Da ist nichts zu abartig, nichts zu krank, um nicht doch zumindest ein paar Anhänger zu finden. Und es ist vollkommen egal, ob es um „die Eliten“ geht, den Krieg in der Ukraine, die Energiekrise oder Corona – jede noch so absurde Nachricht findet offenbar eine Gefolgschaft.

"Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen!" (Jesaja520) mahnt der Monatsspruch für November. Das richtet sich auf den ersten Blick gegen die Erfinder von Fake News – geht aber jede und jeden, der so etwas liest, genauso an. Es ist die Aufforderung, den eigenen Kopf zu gebrauchen. Oder anders gesagt, und gar nicht frei erfunden: „Gott beschließt Hirnpflicht für Gläubige“ – auch wenn das keine wirkliche Nachricht ist, sondern eigentlich selbstverständlich sein sollte.

Bleiben Sie gesegnet und behütet

Ihr
Daniel Lischewski, Pfr.